SATZWERKSTATT - Starting Season Five!

4 Jahre SATZWERKSTATT

Kaum zu glauben! Es ist nun schon geschlagene 4 Jahre her, seit ich den Schritt in die Selbständigkeit gewagt habe. Voller Tatdrang und mit einer guten Portion Optimismus gepaart mit freudiger Erwartung habe ich damals die erwürdigen Hallen der Wiener Wirtschaftskammer betreten – und wenige Minuten später als glücklicher Besitzer eines nagelneuen Gewerbescheines wieder verlassen. (Das war der leichte Teil!)

Nun, fast exakt 4 Jahre und sicher über 8.000 ausgefüllte Arbeitsstunden später kann ich nur sagen: Ich bereue keine Sekunde! Auch wenn nicht immer alles Eitel-Wonne war, so gibt es kaum interessantere, lehrreichere oder motivierendere Arten seine Brötchen zu verdienen!

Zeit also mal wieder Resumé zu ziehen. Mal sehen, welche „Lessons learned“ ich allen angehenden Freelancern, Existenzgründern und Jungunternehmern mit auf den Weg geben kann. Vielleicht mag es ja für den einen oder anderen hilfreich sein. Here we go…

#1 - Paralleling Things…

Wenn die Dinge gut laufen (und das hoffen wir ja alle), dann wird eines früher oder später unausweichlich passieren: Projekte, Deadlines, Kundenmeetings, Angebote und 1000 andere Dinge sollten auf einmal mehr oder weniger gleichzeitig erledigt werden. Die schiere Fülle an gleichzeitigen To-Dos kann auch bei bester Planung und Organisation zu einer echten Herausforderung werden. Mein Rezept in solchen Phasen: Parallelisieren durch Serialisierung. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht! Die Idee ist einfach: Alles gleichzeitig und heute fix-und-fertig gestellt wird selten funktionieren. Stattdessen lieber kleine Schritte mit überschaubaren Etappenzielen bei den verschiedenen Aufgaben umsetzen. Und davon eben auch mal so viele verschiedene hintereinander, wie gerade erforderlich. So kann jeder Kunde und jedes Projekt zumindest ein wenig bedient werden und sowohl der Kunde als auch ich selber verspüren an allen Baustellen einen gewissen Baufortschritt. Die Dinge bleiben in Bewegung, und das ist gut so!

#2 - Rücklagen, Rücklagen und nochmals Rücklagen

Ok, das ist nun wirklich keine bahnbrechende neue Erkenntnis, aber man kann es nicht oft genug sagen: Freunde, bildet rechtzeitig finanzielle Rücklagen! Fiskus und Sozialversicherung kennen relativ wenig Erbarmen mit Zahlungssäumigen. Auch hier braucht es oft keine hochgrad komplexen Finanzberechnungen. Die gute alte Binsenweisheit „Lege von jedem verdienten Euro 50 Cent zurück“ tut´s für mich vollkommen!

#3 - Peaks und Leaks

Wohl kaum ein Business das nicht mit saisonalen oder anders gelagerten zeitlichen Schwankungen der Auftragslage zu kämpfen hat. Wer kennt das nicht: Zuerst monatelange Dauerstress und dann – wie aus heiterem Himmel – ein Auftragsloch und kurzfristig so gut wie nichts zu tun. Nun ja, so ganz aus heiterem Himmel kommt dies meist doch nicht, nur leider sind die geistigen Reserven und mentalen Energien für das Akquirieren neuer Aufträge gerade in bereits mehr als ausgefüllten Phasen oft sehr bescheiden. Ich empfehle, sich keine grauen Haare wachsen zu lassen, wenn mal ein kurzzeitiges Auftragsloch herrscht. Löcher kann man durchaus auch positiv sehen: Wo zuvor alles vollgerammelt war mit operativem Daily-Business ist auf einmal Platz und Potential für gänzlich neue Dinge. Einiger meiner (glaube ich zumindest) besten Ideen hatte ich in „low-workload“ Phasen – einfach mal über den Tellerrand blicken führt oft zu interessanten neuen Ansätzen. Aber natürlich dabei nicht ganz aufs Brötchenverdienen vergessen!

#4 - Werbung not equal Corporate Design

Manche Dinge kann man theoretisch völlig verstanden haben, und trotzdem überrascht die Praxis und erwischt Dich auf dem falschen Fuß! Natürlich ist klar, dass Endverbraucher-Werbung etwas völlig anderes ist, als Corporate Design – beispielsweise für Unternehmensdienstleister! Klar, oder? Andere Ziele, andere Spielregeln, andere Workflows, andere Aufwände – so ziemlich alles anders! Wie sehr anders, nun, das lehrt einen erst die Praxis, will heißen: Unterschätze niemals die Aufwände für gutes Corporate Design und bleibe flexibel im Umgang mit Deinen Kunden! Werbung wandert schnell wieder ins Altpapier, Corporate Design ist gekommen um zu bleiben!

#5 - Still no need for an apple

Entgegen der Prognosen vieler Freunde und Weggefährten, habe ich immer noch keinen Grund gefunden, mir einen Apfel ins Office zu stellen. Nicht mal ein Apfelfon nenn ich mein eigen! Nun, auch eine Art USP für einen Gestalter! ;)

#6 - Papier hat seine Vorzüge…

Können Sie sich noch an die Ansage vom „papierlosen Büro“ erinnern? Nun, das hat sich wohl nicht ganz umsetzen lassen. Auch ich gestehe, dass Papier immer noch eines meiner wichtigsten Medien für To-Dos und Notizen ist. Warum? Weil ich mehr als genug Optionen einer elektronischen Verwaltung ausprobiert habe, von Excel über „Getting things Done-mässige Emails an mich“ bis zu den massig gesprossenen Online-To-Do-Apps. Alles nur von kurzer Dauer für mich, nichts konnte mich restlos überzeugen. Mein KO-Kriterium war und ist dabei immer die Time-to-note – also jene Zeit die ich benötige bis die Notiz – nun ja – eben notiert ist. Der Gewinner für mich ist dabei eindeutig mein Moleskine!

#7 - Die „n-1 Regel“

Trivial, aber dennoch hilfreich: Wenn die Abgabe, der Druckunterlagenschluss, das Meeting oder was auch immer am Tage X ist, dann agiere so, als ob es einen Tag früher wäre. Nichts ist beruhigender als ein kleiner Puffer. Und so bleibt manchmal auch Zeit für andere Dinge…

So, nun genug der Weisheiten aus der SATZWERKSTATT! Es wird Zeit die Season Five so richtig zu starten! Ich freue mich auf das kommende „Fünfte“ und all die interessanten, herausfordernden und lehrreichen Aufgaben, Projekte, Menschen und Organisationen, welche die nächsten Monate und Jahre meine Begleiter sein werden. Folks, let´s get the things rolling!

Foto: Mef Felles via stockexchange

Einen Kommentar schreiben

Ich bitte um Verständnis, dass reine Werbekommentare, Spam, maschinell eingetragene Kommentare und unangemessene Kommentare von mir ohne Rücksprache gelöscht werden. Weiters bitte ich alle erstmaligen Kommentatoren um ein wenig Geduld, bis ich Ihren ersten Beitrag freigegeben habe. Danach können Sie ohne weitere Freigabe Ihre Kommentare sofort online sehen.